Nicht nur der Garten liebt weiches Wasser

(djd). Für versierte Hobbygärtner gab es zur Gartenbewässerung mit Regenwasser noch nie eine echte Alternative: Das weiche, reine Nass aus den Wolken lässt die meisten Pflanzen einfach besser gedeihen als das Trinkwasser aus dem Hahn, das in vielen Regionen stark mit Kalk belastet ist. Dass Regenwasser überdies nichts kostet, weil der Himmel es zu fast jeder Jahreszeit in Deutschland reichlich frei Haus liefert, zahlt sich gerade bei größeren, pflegeintensiven Gärten ebenfalls aus. Offene Regentonnen oder kleine Regenwasserbehälter mit geringer Kapazität sind out. Wer Regenwasser richtig nutzen möchte, baut heute Zisternensysteme*, die viele Hersteller einbaufertig und mit allem nötigen Zubehör anbieten.

 

Für die Pflege des Gartens gibt es nichts besseres als kalkfreies Wasser aus einer Regenwassernutzungsanlage.
Foto: djd/fbr

 

Genug Wasser für Garten und weitere Verbraucher sammeln

*
Wer rechtzeitig vor dem Start in die Sommersaison des Gartens die Installation einer Zisterne erwägt, sollte weitsichtig planen. Damit sich der Aufwand für den Einbau doppelt lohnt, lassen sich nämlich noch andere Verbraucher im Haus mit Regenwasser versorgen. Laut der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e.V. (fbr) lässt sich das zum Beispiel bei der Waschmaschine lösen. Mehr Infos und Tipps zur Regenwassernutzung gibt es unter www.fbr.de/regenwasser**. In der Regel genügt es, vom Regenwasserbehälter eine einzelne Aufputzleitung zur Waschmaschine im Waschkeller oder in einem Hauswirtschaftsraum zu führen. Die Einsparpotenziale sind groß: Rund 15 Liter verbraucht ein Durchschnittshaushalt laut Statistischem Bundesamt pro Tag fürs Wäschewaschen. Weil bei weichem Wasser weniger Entkalker, Waschmittel und Weichspüler dosiert werden müssen und die Maschine weniger von Verkalkung bedroht ist, ergeben sich zusätzliche Einspareffekte für Haushaltskasse und Umwelt.

 

Auch die Toilette lässt sich umweltgerecht mit Regenwasser versorgen

Wer noch einen Schritt weiter gehen will, der stellt auch die Toilettenspülung auf Regenwasser um. Sie ist nach Bad, Dusche und Körperpflege der zweitgrößte Wasserschlucker im Haushalt. Für die Installation der separaten, vom Trinkwasser strikt getrennten Leitungen ist etwas mehr Aufwand nötig. Im Rahmen einer allfälligen Modernisierung lässt sich die Installation aber problemlos mit erledigen.

 

Rund die Hälfte des Wasserbedarfs eines Haushalts lässt sich durch Regenwasser ersetzen.
Foto: djd/fbr/CandyBox Images – shutterstock

 

Regenwassernutzung richtig planen

*
Bei der Dimensionierung einer Regenwassernutzungsanlage* gibt es vor allem zwei Faktoren zu berücksichtigen: zum einen die Wassermenge, die von der Größe und Anlage des Gartens, der Anzahl der anzuschließenden Verbraucher und der Zahl der Hausbewohner abhängt. Zum anderen spielt die Größe der anschließbaren Dachflächen eine Rolle. Ist sie zu klein für den voraussichtlichen Verbrauch des Haushalts, dann sollten nicht alle Verbraucher angeschlossen werden, sondern zum Beispiel die Waschmaschine außen vor bleiben. Die Berechnung erfolgt am besten mit Hilfe eines Fachunternehmens für die Regenwassernutzung, mehr Infos dazu gibt es bei der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e.V. unter www.fbr.de/regenwasser**.